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100 Jahre Aufsicht-Versagen: EMNID-Meinungsumfrage - nur 20 % haben Durchblick |
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H. D. Meyer in Festschrift „100 Jahre materielle Staatsaufsicht …“, Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (Hrsg), 2001, ab Seite 827
Auszug ab Seite 851 (Fußnoten am Ende).
Die nachfolgenden Ausführungen aus dem Jahre 2000 wurden allesamt durch Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.07.2005 bestätigt (Absätze 83 und 87): „Durch zivilrechtlichen Rechtsschutz im Rahmen des Versicherungsvertragsrechts sind die Interessen der einzelnen Versicherten nicht wirkungsvoll gewahrt. Auch das Versicherungsaufsichtsrecht wird dem objektivrechtlichen Schutzauftrag aus Art. 2 Abs.1 und Art 14, Abs. 1 GG nicht gerecht.“
EMNID-UMFRAGE: Finanzielle Verluste der Verbraucher von mehreren hundert Milliarden Euro wegen Unwissenheit über die Prämienversicherung
Die Versicherten sind hundert Jahre lang nicht in ausreichender Form an den ihnen zustehenden Überschüssen und stillen Reserven beteiligt worden, was über diese Zeit – einschließlich Zinseszins – zu finanziellen Verlusten von mehreren Billionen Mark und Euro geführt haben dürfte. Die Versicherten haben von diesen Verlusten nichts gewusst, sondern – über Jahrzehnte – mehrere hundert Millionen kapitalbildende Versicherungen abgeschlossen, im Vertrauen darauf, dass Gesetze und eine staatliche Versicherungsaufsicht einen Missbrauch der Überschüsse verhindern würden.53
53 Der Bund der Versicherten hat im Jahre 1998 eine repräsentative Meinungsumfrage zur „Überschussbeteiligung bei Lebensversicherungen" beim EMNID-Institut in Auftrag gegeben. Der abschließende EMNID-Bericht vom Februar 1999 enthält die folgenden wesentlichen Aussagen: Bei allen Aspekten zur Überschussbeteiligung haben sich bedeutsame Quoten von Befragten ergeben, die aus mangelndem Wissen oder Unverständnis die Antwortkategorie „weiß nicht" gewählt haben. Selbst in der Kernzielgruppe der 30- bis 59jährigen war der Anteil der „Nicht-Wisser" mit 26-34% recht hoch (bei Besitzern von Kapitallebensversicherungen 15-27%, bei anderen 39-46%). Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung nicht weiß, wie die Überschussbeteiligung zu Kapitallebensversicherungen funktioniert. Knapp zwei Drittel der Befragten, die dieses zu wissen glauben (insbesondere Besitzer von Kapitallebensversicherungen), betrachten die anfallenden Risiko- und Zinsüberschüsse als ein Kapital, das den Versicherungsnehmern zusteht und das die Versicherer durch Abschreibungen, Vermögensverschiebungen innerhalb der Konzerne und Ausgleich von Kostenüberschreitungen nicht dezimieren dürfen. Sie glauben zu über 80 %, dass die Versicherten an den tatsächlich entstandenen Zins- und Risikoüberschüssen beteiligt werden und Gesetze und die staatliche Aufsichtsbehörde deren Dezimierung verhindern. Jeder Insider weiß, dass diese Vorstellungen der Bundesbürger nicht den Tatsachen entsprechen, was umso erschreckender ist, wenn man bedenkt, dass die Deutschen in diesem Bereich für ihre Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Altersvorsorge über Jahrzehnte Billionen von Mark/Euro aufgewendet haben. Mit den falschen Vorstellungen der Verbraucher erklärt sich auch, dass Lebensversicherungsunternehmen, deren Angebote von der Stiftung Warentest mit „sehr gut" und „gut" bewertet worden sind, nur einen Marktanteil von 10 % aufweisen, während die schlechteren Unternehmen einen Marktanteil von 90 % haben.
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